Katha-kocht!

Für alle, die Spaß am Kochen haben…

Katha-kocht! - Für alle, die Spaß am Kochen haben…

Ein Primi Piatti für die Lust am Kochen

Ein Primi Piatti für die Lust am Kochen

Vor einigen Wochen durfte ich ja das neue Magazin “Lust am Kochen” probelesen. Die erste Ausgabe hat sich rund um das Thema Tapas gedreht und ich war wirklich begeistert. Klar, ich liebe Tapas einfach! Zwei der Rezepte habe ich euch hier und hier vorgestellt. Als dann die Anfrage kam ob ich Lust hätte, für die nächste Ausgabe zum Thema Toskana, ein Rezept beizusteuern war ich natürlich hin und weg. Aus unserem Toskana Urlaub habe ich so viel an Inspiration mitgenommen, da bleibt die passende Idee nicht lange aus. Etwas Geschmortes soll es sein… und mit Wildschwein… ein typischer Primi Piatti mit Pasta – am besten Pappardelle. So kam es, dass bei uns an einem Samstag im Juli, bei über 30°C, ein schönes Schmorgericht auf den Teller kam. Bessere Hälfte war überglücklich, das gibt es sonst nur an kalten Tagen.

Rezept abgegeben und gewartet – darauf, dass es Ende August wird und das neue Heft erscheint. Wer mir auf Facebook folgt hat es ja gestern schon gelesen – ab heute ist die aktuelle Ausgabe der “Lust am Kochen” am Kiosk erhältlich.

LAK_Cover_0214_final_1Ich konnte ja vorab schon ein wenig schmökern und habe bereits das eine oder andere Rezept auf die to-cook Liste gesetzt. Das Heft ist schön aufgebaut, nach einem kurzen Ausflug in die Welt von Olivenöl und Pasta startet man mit den Antipasti – hier gefallen mir die verschiedenen Crostini Aufstriche besonders gut. Dann geht es weiter mit den Primi Piatti und bei all den leckeren Suppen, Eintöpfen, Risottos, Gnocchi- und Pastagerichten bekommt man wirklich Hunger. Meine Pappardelle con cinghiale findet ihr übrigens auf Seite 44/45.

Bei den Secondi Piatti wird es deftig – und da lacht mich doch neben einem saftigen, florentinischen Steak ein bekanntes Gesicht an! Huhn, Lamm, Rind und Schwein – man weis gar nicht wo man anfangen soll. Der Toskanische Schweinebraten bekommt erstmal einen Post-it. Aber auch Stockfisch, Dorsch und Rotbarbe sind dabei. Danach trifft man noch aufzahlreiche Beilagen und landet schließlich bei den Desserts mit vielen leckeren Kuchen und Küchlein.

Den Abschluss im Heft bilden Tipps zu Wein und Käse und ein Ausflug nach Florenz (ich bekommesofort wieder Fernweh) und nach Arezzo.

Ein rundum gelungenes Heft – ich freue mich, dass ich dabei sein durfte!

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Pappardelle con cinghiale

Zutaten für 4 Personen:

1,5kg Wildschweinkeule mit Knochen

Olivenöl

Pfeffer & Salz

1-2 Chilischoten

2 Zweige Rosmarin

5-6 Zweige Thymian

1 Zwiebel

3 Knoblauchzehen

400ml trockener Rotwein

100g getrocknete Tomaten

2 Lorbeerblätter

1 TL Wacholderbeeren

400g geschälte Tomaten, klein gehackt

1 Karotte

1 Stange Sellerie

400g Parpadelle

Zubereitung:

Das Fleisch mit einem scharfen Messer sorgfältig vom Knochen lösen und in kleinere Stücke zerlegen. In einem ofenfesten Topf mit Deckel das Olivenöl erhitzen und das Fleisch rundum anbraten. Den Knochen mit in den Topf legen. Mit Pfeffer und Salz würzen. Die Chilischoten, die Thymianblätter und die Rosmarinnadeln fein hacken und zufügen. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden, die Knoblauchzehen nur schälen und beides in den Fleischtopf geben. Sobald das Fleisch Farbe annimmt mit 300ml Rotwein ablöschen.

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Die getrockneten Tomaten klein schneiden und zusammen mit den Lorbeerblättern und den Wacholderbeeren unter das Fleisch mengen. Die geschälten und gehackten Tomaten einrühren und den geschlossenen Topf für insgesamt ca. 90 Minuten in den vorgeheizten Backofen schieben.

Alle 30 Minuten umrühren und bei Bedarf noch etwas Rotwein dazu geben, falls das Ragout zu trocken wird. Nach 60 Minuten die geschälte und sehr klein gehackte Karotte und den Sellerie zufügen.

Nach 90 Minuten sollten die Fleischstücken so zart geschmort sein, dass sie sich mit dem Löffel oder der Gabel zerdrücken lassen. Für die Pasta einen Topf Salzwasser aufsetzen und die Parpadelle ungefähr 6 Minuten lang kochen bis sie al dente sind. Den ausgekochten Wildschweinknochen und die Lorbeerblätter entfernen und alle Fleischstücken und die Knoblauchzehen etwas zerdrücken. ½ Tasse Nudelwasser einrühren und das Ragout mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Die Pasta abgießen und zurück in den Topf geben. Dort mit der Hälfte vom Ragout vermengen, auf Teller verteilen und das restliche Fleisch auf der Pasta platzieren.

Waller Orange-Oregano sous vide

Waller Orange-Oregano sous vide

Mein letztes Stück vom Ahrenhorster Edelwaller hat nun auch seine Bestimmung gefunden – sous vide zubereitet mit Orange und frischem Oregano, unglaublich zart und der Fisch hat die feine Orangennote wunderbar angenommen. Dazu etwas Reis und eine sahnige Sauce mit frischen Tomaten. Perfekt leichte Sommerküche! Und wer kein sous-vide Gerät hat kann den Fisch einfach in einem Päckchen mit Alufolie bei 80°C ein paar Minuten kürzer in den Ofen schieben.

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Zutaten für 2 Personen:

200g Waller (hier Ahrenhorster Edelwaller)

1 Orange

3 Zweige Oregano

Pfeffer & Salz

etwas Olivenöl

120g Yasmin Reis

200ml Weißwein

50g Schlagsahne

1 kleine Zwiebel

3-4 mittelgroße Tomaten

Zubereitung:

Ich bereite den Fisch am Vorabend vor, damit er über Nacht etwas ziehen kann. Dafür wird er mit etwas Öl eingerieben, ganz leicht gesalzen und mit dünn aufgeschnittener Orange und etwas Zwiebel belegt. Zwei Zweige Oregano dazu geben und das Ganze im Vakuumbeutel verschweißen.

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Am nächsten Tag wandert der Waller für 35 Minuten bei 60°C im sous vide Programm in den Ofen. Alternativ wie gesagt bei 80°C und etwas kürzer in den Backofen schieben.

Den Reis in Salzwasser nach Packungshinweis kochen.

Die restliche Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in etwas Öl farblos anschwitzen. Den restlichen Oregano fein hacken und dazu geben.

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Mit Weißwein ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Dann die Sahne einrühren und das Ganze mit Pfeffer und Salz abschmecken. Erst 3-4 Minuten bevor der Fisch fertig ist kommen die grob gewürfelten Tomaten und der Saft aus der Orange dazu.

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Den Waller aus dem Beutel holen…

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Das Filet längst halbieren und mit Reis und Sauce anrichten. Die Sauce gebe ich nicht direkt über den Fisch, so schmeckt man das Orangenaroma besser heraus.

Super zart und sehr lecker. Die Tomaten hätte man in der Sauce vielleicht nicht unbedingt gebraucht, aber sie haben so einen schönen Farbakzent gesetzt… und Bessere Hälfte fand sie gut.

Viel Spaß beim Genießen!

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Samstag auf der Wine Vibes

Samstag auf der Wine Vibes

Unter dem Motto “Guter Wein macht Party” fand am Wochenende die Wine Vibes in Berlin statt. Fast hätten wir sie verpasst, nach einem langen Tag in Baumärkten und im Garten wollten wir den Abend gemütlich ausklingen lassen. Da hat uns die Abendschau mit der Wine Vibes bekannt gemacht. Das wäre doch was – ist zwar nicht unsere Musik, aber eine Wein-Party klingt schon sehr cool. Etwas kurzfristig… wollen wir noch, oder wollen wir nicht? Wir wollen und während ich normalerweise morgens 1,5 Stunden brauche um mich fertig zu machen schaffe ich es in 12 Minuten mich komplett ausgeh-fein zu machen. Um kurz nach 21Uhr waren wir dann am Postbahnhof am Ostbahnhof.

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45€ hat der Eintritt gekostet, dafür war ein Essen und so viel Wein wie man möchte inklusive. Die Weingläser hatten einen Pfand von 15€, da passt man besonders gut auf.

Wir starten mit etwas prickelndem, einem Bouvet-Ladubay, Crémant de Loire, während wir uns einen Überblick verschaffen.

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Wir entscheiden uns dafür auf der rechten Seite zu starten und wandeln von einem deutschen Winzer zum nächsten. Ich bin ja normalerweise kein großer Fan von deutschen Weinen, aber es gibt doch einige die mich positiv überraschen. Vom Weingut Strub gibt es einen Sauvignon Blanc der intensiv nach saurem Apfel schmeckt, aber irgendwie hat der was. Das Weingut Bauer hat Etiketten die einen einfach neugierig machen was da in der Flasche steckt. Gut nur, wenn man kein Rassist, Terrorist oder A…loch ist. Da macht einem die Flasche eine klare Ansage! Nur den Merlot habe ich nicht so gemocht. Aber der kam erst später. Wir wandern weiter zum Weingut Jülg wo ganz anschaulich Bodenmuster in Glasgefäßen stehen. Bis hier haben wir doch einige Weißweine gekostet die uns gefallen haben. Endlich finden wir auch den Wasserstand. Aber die Ansage daneben ist unmissverständlich:

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Ok, also geht’s weiter. Bessere Hälfte holt sich schon einen Teller mit verschiedenen Wurstsorten und etwas Käse am Stand von Vom Einfachen das Gute. Leider ein grauenvolles Foto das dem Tellerchen nicht gerecht wird.

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Wir wandern weiter nach Österreich wo die Motif-Weine leider etwas vielversprechender aussehen als sie schmecken. Also ein schneller Rückzug nach Frankreich – und hier treffe ich auf meinen Favoriten: ein 2010er Pinot Noir “Galets Oligocènes”. So lecker – wirklich, ich bin verliebt! Da kann auch Italien nicht mithalten und ganz furchtbar wird es leider irgendwo zwischen Australien (war noch ok) und Neuseeland (es gab wohl einen Grund warum der Stand von seinem Besitzer verlassen wurde). Bulgarien wurde direkt entsorgt und wir haben uns zurück an vertraute Stände begeben.

Ich hatte keinen allzu großen Hunger, wir hatten ja schon gegrillt, also habe ich mir etwas zu essen ausgesucht was mich am meisten gereizt hat – unabhängig davon ob es satt macht oder nicht. Nobelhart und schmutzig lautet das Motto von Billy Wagner und Micha Schäfer und es gibt eingelegte Birnen mit Thymian, Honig und einer süßlichen Créme in der Mitte von der ich leider nicht gefragt habe was es war.

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Ich nutze die Chance und frage gleich mal welchen Wein ich mir dazu holen soll – wann hat man schon die Chance sich von Billy Wagner beraten zu lassen? Empfohlen wurde mir ein junger 2013er Riesling mit ordentlich Bums. Hat super gepasst.

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Langsam geht der Alkohol zur Neige, die Leute ziehen wie Raubtiere von Stand zu Stand auf der Jagt nach den letzten Tropfen. Spät zum halben Eintritt zu kommen wäre hier eine blöde Idee. Auch beim Essen wird langsam eingepackt – wir teilen uns noch eine feine Räucherlachsstulle.

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Ein wunderbarer Abend mit vielen Neuentdeckungen. Ich bin auch ziemlich sicher, dass der leicht beschwerte Kopf am nächsten Morgen nicht von den guten Weinen, sondern von der elektronischen Musik kam… aber das ist reine Spekulation. Die eine oder andere Flasche habe ich festgehalten, mal schauen was sich davon demnächst in unserem Weinregal tummelt.

Auf jeden Fall einen Besuch wert!

Fotos für Katha-kocht6